Facebook/ Hast du Lust ein Produkt zu sein? #1

Dieses Thema hat sich als sehr umfangreich herausgestellt, darum werde ich es in mehrere Teile aufteilen, bei finaler Fertigstellung aber einen Gesamtartikel zur Komplettübersicht anbieten.

Heute: Es ist ein voll nettes Angebot gewinnorientierter Konzern!

Wieso setzt man sich mit einem Phänomen auseinander, wenn es einen nicht direkt selbst betrifft?

Es kann sein, dass man selbst nicht direkt, aber indirekt davon betroffen ist oder das Phänomen eine solche Rolle in der Gesellschaft einnimmt, dass man sich so oder so damit auseinander setzen sollte.

Genauso ist es bei mir mit Facebook. Diesem Portal, auf dem ich nie angemeldet war und es nie sein werde, es aber irgendwie dann doch bin. Wer jetzt verwirrt ist, hat fürs erste genug Gründe um sich meinen kleinen Artikel bis zum Ende durch zu lesen.

Es ging mir öfter so, dass ich erklären musste warum ich nicht auf Facebook bin oder das wenn ich gesagt habe, ich hab keine Facebook, aber schreib mir doch eine E-Mail dann hörte ich öfter einen „du bist also einer von denen“. Ich weiß nicht genau wer „die“ sind (aber es scheint wohl so sein). Gerät man in eine Argumentation, kann es nützlich sein die eigenen Standpunkte reflektiert und mit guten Argumenten unterfüttert zu haben. Genau das biete ich euch hier und wer weiß vielleicht gerät ja der Eine oder die Andere ins grübeln ob ein Profil bei diesem (oder Vergleichbaren) Anbieter eine gute Idee ist.

Tatsächlich bietet der große blaue Riese eine Menge Angriffsfläche für gute Argumente, dort keine Daten zu hinterlassen.

Es gibt verschiedene Argumentationsansätze -welche ich hoffentlich nicht zu sehr durch einander bringe- die in ihrer Gesamtheit durchaus beeindruckend sein können.

 

Mit ~1,3 Mrd. aktiven Nutzer_innen pro Monat wird dir Präsenz des sozialen Netzes schnell klar, immerhin entspricht dies ungefähr 1/7 der Erdbevölkerung.

 

Wer deckt die laufenden Kosten für die Serverfarmen und wer bezahlt die Mitarbeiter_innen?

Als erstes ist Facebook ein Unternehmen, genauer gesagt sogar eine Aktiengesellschaft (Aktienkurs). Eine AG sollte Gewinn einfahren und erfolgreich (im Geld machen) sein, um die Aktionäre zufrieden zu stellen und eventuell Dividenden auszuzahlen.

Übrigens: Laut eigenen Angaben hat Facebook rund 9000 Mitarbeitende [Facebook], eine externe Quelle spricht hier von rund 4000 [statisticbrain] (wie die Differenz zustande kommt ist mir nicht ganz klar). Laut statisticbrain werden in 20 Minuten ungefähr 3 Mio. Nachrichten über Facebook verschickt, eine unglaubliche Menge an Daten und Informationen. Das diese für Unternehmen interessant sind ist bewiesen [gulli].

Man sollte sich die Frage stellen, wieso es sich hier um ein Milliardenkonzern handelt. Wer bezahlt diese Milliarden, bzw. wo kommen diese her?

Bist Du bei Facebook angemeldet, bist Du nicht der Kunde, Du bist das Produkt.

Ihr stellt einem Unternehmen kostenlos Daten und Informationen zur Verfügung, mit welchen dieses Umsatz generiert. Z.B. durch deren Auswertung für Werbung [Zeit] oder andere Dinge [Wall Street Journal]. Neben Zeitungen haben auch Blogger diese massive Ausspähung als Thema aufgeriffen und in einfachen Worten erklärt [hier bei twain auf OpenMinded].

Aber manchmal werden eure Daten, z.B. eure Bilder auch einfach direkt verkauft [DailyMail]

Facebook bietet seine Services nicht zum Selbstzweck, im Gegenteil das Anbieten dieser kostet viel Geld. Geld welches Facebook durch den Verkauf und die Auswertung eurer Daten wieder einspielt.

Steuern zahlt der Konzern übrigens auch nicht gern. [Guardian]

Durch die Datenanalyse sollen übrigens auch eure zukünftigen Bedürfnisse vorhergesagt werden, natürlich wenn möglich in der Form von Produkten, welche ihr dann kaufen könnt.

 

Du bist Mensch, also Denke!

/krutor

 

Nachtrag: In diesem Blogbeitrag wird die Frage aufgeworfen, ob man als Nutzer_in von Facebook nicht sogar eine Art Arbeiter_in für dieses Unternehmen ist. Eine interessante Perspektive, die man gut diskutieren kann. Danke an Wolfgang für den Hinweis und den Blogeintrag :] (mehr von ihm unter: http://wolfgangromey.de/blog/).